PART II: Geht´s noch? Oja, von uns aus kann es wieder losgehen...


Der Neubeginn im Norden

Finding Miss U II

 

Unsere Miss U haben wir bereits vor einigen Jahren in der Karibik verkauft. Aufgrund unserer beruflichen Situationen hätte es wenig Sinn gemacht, sie noch länger zu behalten, aber der Abschied von unserer treuen Gefährtin ist uns sehr, sehr schwer gefallen.

 

Nach langer Suche, die uns nach Griechenland, in die Karibik und letztlich an die Ostsee führte, haben wir im Sommer 2024  endlich das für uns passende Schiff, (Marke "Liebe auf den ersten Blick") in Heiligenhafen an der Ostsee gefunden. Die künftige Miss U II ist ein von der Baron-Werft in Bremen im Jahr 1989 gebautes solides Stahl-Segelboot mit einer komfortablen Länge von 37 Fuß (11,3 Meter) und einem stattlichen Gewicht von 12 Tonnen in einem sehr gepflegten Allgemeinzustand.

 

Zum Zeitpunkt des Ankaufs ist noch völlig offen, wann es mit der eigentlichen Reise losgehen soll. Das werden letztlich viele Faktoren, wie etwa Gesundheit, Beruf, materielle Voraussetzungen .... entscheiden. Die Zeit auf See soll dieses Mal schließlich für wesentlich länger als die 13 Monate unserer ersten Reise vor nun auch schon wieder 10 Jahre andauern.
Bis zum Start wann immer wird die Miss U II jedenfalls sicher in der Halle in Heiligenhafen im Dornröschenschlaf liegen.

Auf in den Norden!

Nach vielen Abwägungen beruflicher, privater und sonstiger Art  haben wir uns entschieden, den Frühsommer 2026 als Starttermin für unser Vorhaben anzupeilen. Wir werden auch nicht  jünger und haben uns noch viel vorgenommen, später sollte es daher nicht werden.

Der Abreisetermin wird noch überraschend durch einen Beinbruch von Alfred etwas verzögert, am 27. Juni 2026 brechen wir dann endgültig mit einem zum Bersten vollgepackten Auto in den Norden auf.

 

Davor war noch Einiges unter Hochdruck zu erledigen. Unsere Arbeitsverhältnisse mussten beendet, Wohnsitze veräußert oder vermietet. ein Auto verkauft  und 3 Haushalte auf einen zusammengelegt werden. Lustig  und stressfrei war das nicht, für unseren schönen Plan aber war es notwendig.

 

Schließlich sind wir am 29. Juni 2026 von Altaussee nach Heiligenhafen gestartet, passender Weise noch am Höhepunkt der damaligen Hitzewelle. In Staus hatten wir 43 Grad Außentemperatur. Letztlich sind wir aber gut an der Ostsee angekommen, wo unsere Miss U II bereits in der Marina Heiligenhafen gewartet hat, wohin wir sie anlässlich unserer letzten Anlieferungsfahrt im Mai 2026 von der Halle verlegt haben.

 

 

 

Von der Ankunft bis zur Abfahrt ...

Das Schiff sollte ja mehr oder weniger startklar sein, die Werft hatte ausreichend Zeit die beauftragten Arbeiten (Installation eines Windgenerators sowie eines Solarpanels oder einer Heckdusche) fertigzustellen und wir sollten uns lediglich gemütlich einrichten müssen.

Nun ja, das mit dem gemütlich einrichten dauerte etwas, da wir natürlich überhaupt keinen Plan hatten, wie wir die 3 Wagenlieferungen an Bord verstauen sollten. Nicht nur irgendwie, sondern sondern so, dass wir auch wieder etwas finden. Das dauerte einige Tage und wir haben einen regen Pendeldienst zwischen Auto und Schiff eingerichtet. Am Ende war dann das Auto fast gleich voll, wie bei der Ankunft, da sich herausgestellt hat, dass wir einige mitgebrachte oder bereits an Bord befindliche Dinge vielleicht doch nicht brauchen werden oder einfach keinen Platz dafür haben werden. Es fühlte sich nach getaner Arbeite aber schon sehr nach unserem langfristigen Zuhause an, was wir uns hier eingerichtet hatten.

 

Dann war da noch die Sache mit dem (Ab)Wasser. ... Das Boot verfügt über 2 getrennte Trinkwassertanks und einen Fäkalientank (für die Toilette). Die Druckwasserpumpe für das Trinkwasser lief ständig, es kam aber kaum Wasser aus den Wasserhähnen. Bei Näherem Nachsehen dann das böse Erwachen: Die Bilge (Anm.: Der Bereich unter den Bodenbrettern) war voller Wasser, was natürlich nicht sein darf. Später kam noch dazu, dass das Wasser übel roch ... Um es kurz zu machen: Bei der Installation der Decksdusche hat die Werft - da ja das Boot bereits in der Halle war - keine Inbetriebnahme mit Test vornehmen können und waren die Abzweigungen nicht dicht. Das merkte ich, als ich dabei war, das gesamte Schiff zu zerlegen, um die Ursache für das Problem zu ermitteln. Dann kam noch dazu, dass der Fäkalientank randvoll war, obwohl die (letztlich defekte) Füllstandsanzeige einen leeren Tank vorgaukelte. Durch unsere Benutzung der Bordtoilette lief also auch noch der Fäkalientank über. Das Ergebnis war ein nicht besonders guter Tag, den ich damit verbringen durfte, mühsam wieder das Schmutzwasser aus dem Schiff zu entfernen. Zum Glück hatte ich eine Vakuumpumpe zum Ölwechseln dabei, die half enorm ...

 

Dann schien es auch noch so, dass lt. Anzeige weder das Solarpanel noch der Windgenerator Strom liefern. Hier stellte sich aber heraus, dass bloß die Verkabelung durch die Werft nicht korrekt gemacht wurde und dies hat ein freundlicher Mitarbeiter derselben dann mitsamt der Reparatur der Wasserleitung rasch erledigt.

 

Bei der Windsteueranlage (Autopilot, der keinen Strom braucht und nur mit der eingestellten Richtung einer Windfahne zum aktuellen Wind arbeitet) hat die Werft eine erbärmliche Montage vorgenommen, die eine Funktion der Anlage ausgeschlossen hat. Also sind wir erneut zum Hersteller (Herr Förthmann in Hamburg) gefahren, haben uns einen passenden Adapter besorgt und die Anlage selbst umgebaut, sodass sie auch funktionieren wird.

 

Ach ja, das Funkgerät sowie das AIS (Automatisches Identifikationssystem, damit man Schiffe rundum erkennen kann und von diesen auch selbst gesehen wird) mussten in einem Fachgeschäft in Kiel noch die persönliche Registrierungsnummer (MMSI), die wir per Bescheid von der österreichischen Fernmeldebehörde zuvor zuerkannt bekommen haben, umprogrammieren lassen.

 

Und natürlich die Gasanlage! Die musste auch noch überprüft werden, danach haben wir festgestellt, dass keine Gasflasche an Bord ist (haben sie aber 2 Wochen später beim Umsortieren doch gefunden), eine solche dann für gutes Geld gekauft, dann bemerkt, dass noch ein Ventil zwischen Schlauch und Flasche fehlt, also das auch noch besorgt ...

 

Und die Miss U II musste natürlich auch noch zeremoniell (leider mit einem sagenhaft schlechten Prosecco) umgetauft und vom alten Namen (Baronesse) befreit und mit dem neuen Namen beklebt werden.

 

Nach knapp 2 Wochen wären wir dann aber tatsächlich aufbruchsbereit gewesen.

 

Da war aber noch das Wetter ... Bei unserer Ankunft erlebten wir den letzten Tag der enormen Hitzewelle (auch hier im Norden) und ab dann ging es eigentlich nur bergab mit den Temperaturen und steil bergauf mit dem Wind. Letztlich hat es derartig gestürmt, dass in den ersten beiden Wochen nach Einzug an ein Rausfahren nicht zu denken war. Die Wartezeit haben wir aber - siehe oben - mit Arbeiten, aber auch schönen Ausflügen nach Hamburg, Kiel, Laboe, Lütjenborg, Travemünde und Lübeck gut nutzen können und haben doch auch einige sehr gute Eindrücke von diesem Teil Deutschlands mitnehmen können. Die Einrichtungen (Duschen, Toiletten, Waschmaschinen ...) der Marina Heiligenhafen waren übrigens phänomenal gut, wir hätten keinen besseren Platz finden können.


Die lang ersehnte Rückkehr

Nach  knapp einjähriger Abstinenz von der MissU geht es Anfang Jänner 2019 endlich wieder nach Grenada, wo das Schiff das vergangene Jahr im Grenada Yacht Club gut umsorgt und sicher gelegen ist. Bereits bei meiner Ankunft stelle ich fest, dass ein Jahr in dieser doch anspruchsvollen Umgebung keine Auswirkungen auf die MissU hatte. Selbst das Ruder läuft so leicht, als wäre das Boot ständig gefahren worden.

 

Ich habe Zeit, genauer gesagt, ganze 3 Monate, die ich betont gemütlich segelnd in der Karibik verbringen werde. 2 Monate davon alleine, das letzte Monat werde ich dann gemeinsam mit Ulli auf Martinique verbringen.

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Von 2en, die meer wollen/Of two who want mo(a)re

Die Koffer sind gepackt, die Miss U steht bereit und wir freuen uns auf unser spannendes aber - geplant zumindest - auch entspannendes Vorhaben, welches uns für mehr als ein Jahr in totaler Entschleunigung von der nahen Adria bis in entfernte Gefilde bringen soll. 
With luggage fully packed, Miss U ready to leave, we are looking forward to our exciting but also - that´s the plan - relaxing project, which should lead us in full slowing mood from the nearby Adriatic Sea to remote areas.

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